|
Vom Hermann-Duncker-Gedenklauf zum Huy-Burgen-Lauf Ein Sportereignis von Rang kommt nicht aus heiterem
Himmel. In den 70er Jahren kamen in Schlanstedt im
besten Sinne „Laufbesessene“ zusammen – Übungsleiter, Läufer, Organisatoren. Über Jahre hatte Sportfreund Dieter Meitzner
an der Polytechnischen Oberschule eine Arbeitsgemeinschaft
Leichtathletik/Laufen geführt und gute Läuferinnen und Läufer herangebildet.
Da lag es nicht weit, einen offenen Frühjahrsstraßenlauf zu organisieren, den
ersten bereits 1976. Die Teilnehmerzahlen schwollen an. 1979 hatte sich der
IV. Schlanstedter Frühjahrsstraßenlauf zum Hermann-Duncker-Gedenklauf gemausert. Über 600 Läufer
starteten in 32 Wettbewerben in allen Altersklassen. In den zugkräftigsten
Läufen ging es bei den Frauen über 7,5 km, bei den Männern über 15 km. In die
Organisation hatte sich die Schule, die den gleichen Namen trug, mit fast
allen Lehrern eingeklinkt. Die Teilnehmerzahl überschritt die 1000. Sportliche
Besetzung und perfekte Organisation sprachen sich herum. Ab 1981 war der Schlanstedter Frühjahrslauf Bezirksranglistenlauf
geworden. 1982 wurde er schon DDR-offen ausgetragen. Die Straßenstrecke über
den Kamm des Huy bis Neu-Runstedt
(kurz vor Halberstadt) und zurück wurde auf 20 km verlängert. Der letzte, der XV. Hermann-Duncker-Lauf,
noch einmal DDR-offen, wurde am 17.März 1990 gestartet. Immer noch standen
viele Zuschauer am Straßenrand. Der Huy-Burgen-Lauf ist Jahre
nach der Wende aus der Idee geboren, die Traditionen des Schlanstedter
Hermann-Duncker-Laufes und des Huywald-Laufes
in Athenstedt aufzunehmen. Der damalige Schlanstedter
Bürgermeister, Dr. Gerd-Eckhardt Schuster, zu Rainard
Mühlhaus im Frühjahr 2002: „Ich habe da so eine Idee, wollen wir nicht wieder einen
Lauf in Schlanstedt initiieren, du hast doch auch
gute Kontakte zur Leichtathletik in Halberstadt als dortiger Übungsleiter.“
Er lehnte damals ab, sprach diesen Gedanken bei den Leichtathleten beim VfB
Germania Halberstadt an. So ist dieser
Laufgedanke bei Lutz Berndt, dem Vorsitzenden des Internationalen Sport- und
Bildungszentrum Halberstadt, gelandet. Er entwickelte dieses Sportprojekt der
besonderen Art im Jahr 2002/2003. Das ISBZ Halberstadt war infolge dessen Namensgeber für
dieses Laufereignis. Völlig neu war nicht nur, dass allein die Teilnahme
zählt und Bestzeiten und Platzierungen nicht ausgewiesen werden, sondern
auch, dass der Lauf darauf zielt, Landschaft und bauliche Reize von 13
Dörfern rund um den Huy, ihre kulturellen
Darbietungen und ihre Gastfreundschaft genießen zu lassen. Es geht über 2 Tage mit insgesamt 55,5 km und über Stock
und Stein. Startort ist die Schlanstedter
Burg und die erste Etappe mit seinen 24 km endet auf der Huysburg.
Das Schachdorf Ströbeck ist dann nach insgesamt 34 km
Zielort des 1.Tages. Am zweiten Tag führt dann die Strecke über 21,5 km zum
Wasserschloss Romanikhotel Westerburg, wo das bezaubernde Burgfräulein alle
Teilnehmer begrüßt und diejenigen, die beide Tage laufend absolviert haben,
von Ritter Bock aus Schlanstedt zum Ritter
geschlagen werden. Im Januar 2003 wurde mit Rainard
Mühlhaus ein Projektleiter gefunden, der aus der Laufszene kommt und Land und
Leute rund um den Huy kennt. So konnte innerhalb
eines halben Jahres ein schlagkräftiges Helferteam formiert und in allen 13
Orten engagierte Menschen gefunden werden. Bürgermeister, Vereine, Familien
und Einzelpersonen, Kultur- und Sportgruppen sowie Polizei und Freiwillige
Feuerwehren, Sanitäter, die das Projekt heute immer noch tatkräftig
unterstützen. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die vielen Sponsoren,
die ebenfalls zum Gelingen des Laufes beitragen. Zwar wurde von Anfang an das erste oder zweite
Maiwochenende als Termin ins Auge gefasst, doch im Startjahr 2003 war dies so
kurzfristig nicht zu verwirklichen. Am 16. und 17.August 2003 gingen die ersten 68
Läuferinnen und Läufer über die Strecke von 55,5 km an den Start. Das war
ermutigend. Ab 2004, stets Anfang Mai, steigerte sich die Zahl der
Teilnehmer kontinuierlich, von 100 über 286, 331, 350, 450 bis auf
mittlerweile 500 gemeldete Teilnehmer beim 7.Huy-Burgen-Lauf am 2./3.Mai 2009
aus 13 Bundesländern. Wie zu Zeiten des Hermann-Duncker-Laufs
werden die gesamte Organisation und die volle Absicherung beim Huy-Burgen-Lauf ehrenamtlich bewältigt. Das war über eine lockere Verbindung einzelner
Engagierter nicht mehr zu schaffen, als die Teilnehmerzahl so rapide stieg.
Deshalb wurde nach dem 3. Lauf, am 9. August 2005, der Förderverein
Huy-Burgen-Lauf e.V. in Schlanstedt gegründet, den Rainard Mühlhaus als Vorsitzender führt. Die 13 Gründungsmitglieder waren Rainard und Christine Mühlhaus, Gerd Schuster, Frank Jirka und Andreas Gröpler aus Schlanstedt, Edgar Schirbel und
Ines Göhler aus Pabstorf, Reinhard Beyer und Lothar
Brandt aus Halberstadt, Thilo Kühner aus Anderbeck, Renate und Herbert Stadler aus
Eilenstedt und Doreen Mühlhaus aus Hannover. Derzeit hat der Förderverein
33 Mitglieder. Zum 6.Huy-Burgen-Lauf wurde nach den Staffeln 2004 und
den Walkern 2005 (2x 10 km) eine weitere Attraktion ins Programm aufgenommen:
Zum 1.Huy-Burgen-Kinderlauf kamen 53 Laufkrabben zwischen 4 und 10 Jahren.
Sie liefen „Rund um die Huysburg“ und pflanzten,
die Tradition der Huy-Burgen-Läufer fortsetzend,
den Baum des Jahres 2008, eine Walnuss. Zum 2.Huy-Burgen-Kinderlauf am 2.Mai 2009 waren es bereits 80 Kinder
zwischen 3 und 10 Jahren, die den Kilometer absolvierten. Noch bevor der 7.Lauf gestartet wurde erlebte der
Förderverein einen Höhepunkt der besonderen Art. Durch Sponsoren konnte der
Verein sich eine Vereinsfahne anfertigen lassen, und entsprechend eines alten
Brauches wurde diese Fahne am 18.April feierlich geweiht. 100 Gäste, Mitglieder und Unterstützer des Huy-Burgen-Laufes der gesamten Huyregion
bekundeten damit auch die Verbundenheit zum Förderverein Huy-Burgen-Lauf
e.V. Jahr für Jahr bewahrheitet sich der Slogan „Ein
einmaliges Laufereignis in Deutschland“. Dabei wächst die Huyregion
immer ein Stückchen mehr zusammen.
(Stand 2009) |